| nach 720 | Bonifatius (+ 754) und Wigbert (+ 738) verbreiten das Christentum in Hessen und Thüringen. |
| 742 | Bonfatius gründet das Bistum Erfurt. Es wird um 755 aufgehoben und dem Bistum Mainz eingegliedert. |
| um 780 | Es entsteht die fränkische Siedlung Nordhausen (später "Altnordhausen" genannt) unterhalb des Frauenberges. Ungefähr gleichzeitig entstehen die fränkischen Siedlungen Südhausen (= Sundhausen) an der Helme und Salza am östlichen Ufer der Salza gegenüber der vorhandenen älteren thüringischen Siedlung, die am westlichen Ufer liegt. Die fränkische Besiedelung fördert die Christianisierung der Region. |
| um 910 | Der spätere König Heinrich I. erbaut in der Nähe des fränkischen Reichsdorfes Nordhausen eine Burg. Sie dient hauptsächlich dem Schutz des Reiches vor Angriffen durch die Ungarn. Die befestigte Anlage erstreckt sich von der heutigen Finkenburg über Loge und Dom bis zur Schule. |
| 927 | Früheste urkundliche Erwähnung Nordhausens |
| 2. 7. 936 | Heinrich I. stirbt in Memleben und wird in Quedlinburg bestattet. Vor seinem Tod übereignet er die Burg Nordhausen seiner Gemahlin, der hl. Mathilde, als Witwensitz. |
| 961 | Mathilde gründet in Nordhausen ein Frauenstift. Dieses steht unter königlichem Schutz und ist eine klosterähnliche Gemeinschaft von Stiftsdamen unter der Leitung einer Äbtissin und eines Propstes. Patrone des Stifts sind die Gottesmutter Maria, Johannes der Täufer und der hl. Eustachius. |
| 962 | Otto I. verleiht dem Stift das Markt-, Zoll- und Münzrecht. |
| 14. 3. 968 | Mathilde stirbt in Quedlinburg. |
| 10. Jh. | Frühe Kirchbauten sind vermutlich die Kirche von Sundhausen (Vorgängerin von St. Laurentii), die Kirche von Altnordhausen (Vorgängerin der Frauenbergkirche), die Kirche von Salza (Vorgängerin von St. Laurentii), die Burgkirche (Vorgängerin des Domes) und die Marktkirche (Vorgängerin von St. Nicolai). Die kirchliche Oberaufsicht liegt beim Erzbischof von Mainz. Von diesen frühen Kirchen ist heute nichts erhalten. |
| um 1000 | Entweder durch Kaiser Otto III. oder durch die Markgräfin Hidda erhält das Frauenstift eine Partikel vom Kreuz Christi. |
| 1105 | In Nordhausen findet eine Synode statt, bei der die bedeutendsten deutschen Kirchenfürsten anwesend sind. |
| 1127 | Stiftung des Zisterzienserklosters Walkenried, 1129 Einzug des Gründungskonvents aus Kamp am Niederrhein. Das Kloster unterhält ab 1292 einen Klosterhof in Nordhausen ("Walkenrieder Hof") an der Ecke Ritter-/Waisenstraße. |
| um 1130 | Beginn des Baues des romanischen Domes. Möglicherweise hängt der Baubeginn mit der Fertigstellung der Klosterkirche Paulinzella 1124 zusammen. Die Krypta und die unteren Teile der Türme mit ihren Apsiden sind bis heute erhalten. |
| 1141 | Gründung des Zisterzienserklosters Sittichenbach im Mansfelder Land durch Mönche aus Walkenried. Das Kloster unterhält später einen Klosterhof in Nordhausen. |
| um 1150 | Beginn des Baues der romanischen Frauenbergkirche. Sie trägt unterschiedliche Namen: "Beatae Mariae Virginis extra muros" (St. Marien außerhalb der Stadtmauern), "BMV novi operis" (Neuwerk), "BMV in monte" (St. Marien auf dem Berg, Frauenbergkirche). |
| 1158 | Kaiser Friedrich I. Barbarossa schenkt dem Stift die Burg Nordhausen mit Wirtschaftshof und Ländereien. In der Urkunde wird das Heilige Kreuz als Titel der Kirche genannt. |
| um 1180 | Fertigstellung der romanischen Frauenbergkirche. |
| 1180 | Heinrich der Löwe erobert Nordhausen und brennt Stadt, Burg und Stift nieder. Auch die Kirchen werden stark beschädigt. Das Frauenstift kann sich von diesem Schlag nicht wieder erholen. |
| 1190 | Gründung des Prämonstratenserklosters Ilfeld. Das Kloster unterhält später einen Klosterhof in Nordhausen ("Ilfelder Hof") am Pferdemarkt. |
| Walkenrieder Mönche erbauen die Kirche St. Katharinen in Steigerthal. | |
| um 1200 | Fertigstellung des romanischen Domes. |
| um 1203 | Gründung des Zisterzienserinnenklosters an der Frauenbergkirche. Der Gründungskonvent kommt aus Wöltingerode bei Goslar. |
| um 1220 | König Heinrich VII. lässt die Kirche St. Blasii erbauen. |
| 1220 | Kaiser Friedrich II. verfügt die Aufhebung des Frauenstiftes und seine
Umwandlung in ein kaiserliches Domherrenstift. Es umfasst bei seiner Gründung einen Propst,
zehn Domherren und drei Vikare. Die Domherren wählen aus ihrer Mitte einen Dechanten. Nordhausen wird freie Reichsstadt. Markt-, Zoll- und Münzrecht gehen an die Stadt Nordhausen über. Das freie kaiserliche Stift und die freie Reichsstadt existieren als zwei voneinander unabhängige Gemeinwesen. Früheste urkundliche Erwähnung der Kirche St. Petri (auf dem Löseberg = Petersberg) und der Marktkirche St. Nicolai (hinter dem Rathaus). |
| 1230 | Entstehung des Barfüßerklosters der Franziskaner und Bau der Klosterkirche am heutigen Spendekirchhof. |
| 1234 | Stadtbrand in Nordhausen. Dom und Barfüßerkirche werden beschädigt. |
| Abbruch des beschädigten romanischen Domes und Neubau des bis heute erhaltenen Chorraumes. | |
| 1250 | St. Nicolai in Krimderode wird durch einen Anbau erweitert. |
| 1278 | Einweihung der wieder aufgebauten Klosterkirche der Franziskaner, die nach 1329 "Spendekirche" genannt wird. Der Kirchhof wird später faktisch Friedhof der Stadt. |
| 1284 | Fertigstellung der Kapelle St. Cyriaci des 1281 errichteten Siechhofes (heute Kreismusikschule). |
| 1287 | Gründung des Dominikanerklosters in der Predigerstraße. |
| 1289 | Bau der Kapelle St. Georgii beim gleichnamigen Hospital am Kornmarkt. |
| 1290 | In einer Verordnung Kaiser Rudolfs I. werden die nordhäuser Juden erwähnt. Zu dieser Zeit befindet sich die Synagoge in der Hütergasse am Südhang des Petersberges. Unweit davon liegt auf dem Rähmen der jüdische Friedhof. |
| um 1290 | Beginn des Neubaues der Kirche St. Petri auf dem Petersberg. |
| 1294 | Das 1238 gegründete Zisterzienserinnenkloster St. Nicolai in Bischoferode (zwischen Woffleben und Appenrode) siedelt ins Altendorf über, das damals noch nicht zur Stadt Nordhausen gehört. Einer unsicheren Überlieferung zufolge soll sich am Ort der Ansiedlung schon eine Kapelle befunden haben, die der hl. Anna geweiht war. |
| 1295 | Die Kapelle des von Dompropst Elger gegründeten Servitenklosters Himmelgarten wird eingeweiht. Das Kloster ist auf den Überresten der Wüstung Rossungen erbaut worden. Vom Töpfertor aus führt eine "via dolorosa" (Kreuzweg) zum Kloster. |
| Ende 13. Jh. | Bau der Kirche St. Jacobi (auch Neustädter Kirche genannt) neben dem heutigen Altenheim. |
| um 1300 | Bau der Kirche St. Martini unterhalb des Frauenberges.
St. Martini wird später Pfarrkirche (bis 1750). Entstehung des Klosters der Augustiner-Eremiten in der Neustadt in der früheren Rumbachstraße gegenüber dem Vogel. |
| 1305 | Ein nordhäuser Bürger stiftet die Margaretenkapelle beim Dom. |
| 1307 | Gründung der Niederlassung des Deutschritterordens (vermutlich auf dem Burggelände). |
| 1310 | Der Turm von St. Jacobi wird erbaut. |
| um 1322 | Die Synagoge wird in die Jüdenstraße verlegt. |
| 1323 | Ludwig der Baier befreit Nordhausen von der geistlichen Gerichtsbarkeit in weltlichen Angelegenheiten. |
| 1324 | Beginn der Judenverfolgungen in Nordhausen. Nordhäuser Bürger zerstören die Synagoge. |
| um 1340 | Neubau des Langhauses des Domes. |
| 1349 | Die Pest wütet in Nordhausen. Die nordhäuser Juden werden als vermeintlich Schuldige öffentlich verbrannt. Noch im selben Jahr und in den Folgejahren lassen sich wieder Juden in Nordhausen nieder. |
| 1353 | Das Nonnenkloster baut die Altendorfer Kirche "BMV in valle" (St. Marien im Tal) als dreischiffige gotische Hallenkirche. |
| 1360 | Das Rathaus (am Orte des heutigen) wird abgetragen und durch einen Neubau ersetzt. Dieser umfasst auch zwei Kapellen, denen zwei Vikare zugeordnet sind, die der Marktkirche St. Nicolai unterstehen. |
| 1362 | Beginn des Baues des Petriturmes. Er wird um 1400 vollendet. |
| 1365 | Die Unterstadt (Neustadt) wird in die Stadt Nordhausen eingemeindet. |
| um 1380 | Ein unbekannter Meister schnitzt das eichene Chorgestühl des Domes. |
| 1389 | Gründung des Hospitals St. Martini am Sundhäuser Tor unterhalb der Frauenbergkirche. |
| 1422 | Bau der Kirche St. Elisabeth am Fuße des Dombergs in Richtung Wiedigsburg. Sie wird 1436 Hospitalkirche. |
| 1428 | Die Nutzung des Hospitals St. Georgii wird beendet, die Aufgaben werden von St. Martini übernommen. Das Hospitalgebäude wird als städtisches Zeughaus für die Artillerie verwendet, in der Kapelle (Vikarie) werden aber weiterhin Gottesdienste gefeiert. 1544 wird letztmalig ein Vikar erwähnt. |
| um 1444 | Spätgotischer Umbau des Domes zur Vergößerung des Langhauses und Umbau des sich anschließenden Kreuzganges. |
| 1459 | Ein unbekannter Meister schnitzt den Flügelaltar der Frauenbergkirche. |
| 1480 | Die Frauenbergkirche wird umgebaut. Es entstehen zwei geschlossene Räume (heute Lesserraum und Sakristei). |
| um 1480 | Claves Misner gießt die Glocke "Maria Immaculata" (cis1) des Domes. Ihre
Zier wird heute Tilman Riemenschneider zugeschrieben. Ein unbekannter Meister schnitzt die Pieta der Altendorfer Kirche. |
| Die romanische Kirche St. Blasii wird abgetragen und durch einen Neubau ersetzt. | |
| Neubau des Langhauses von St. Jacobi. | |
| um 1500 | Auflösung der Niederlassung des Deutschritterordens. |
| 1506 | St. Katharinen in Steigerthal wird Pfarrkirche. |
| 1516 | Visitation des Augustinerklosters durch Martin Luther. |
| 1522 | Die Reformation erreicht Nordhausen. Der Prior des Augustinerklosters, Lorenz Süße, hält in St. Petri die erste protestantische Predigt in der Stadt. Auch Thomas Müntzer hält sich in diesem Jahr längere Zeit in Nordhausen auf. |
| Der Rat der Stadt beschließt die Durchführung der Reformation. Johannes Spangenberg wird Pfarrer von St. Blasii (bis 1546). Das Patronat über sämtliche Kirchen, das bisher das Domstift ausgeübt hat, geht auf den Rat der Stadt über. Der Dom bleibt bis heute einzige katholische Kirche der Stadt. | |
| 1525 | Martin Luther hält sich in Nordhausen auf und predigt gegen
die Anhänger Thomas Müntzers. Es kommt in Thüringen zum Bauernkrieg. Mönche und Nonnen fliehen aus den Klöstern. Das Frauenbergkloster wird geplündert, das Altendorfer Kloster wird geplündert und aufgegeben. Das Dominikanerkloster wird aufgelöst, ebenso das Barfüßerkloster. Das Servitenkloster Himmelgarten und das Nikolauskloster bei Urbach werden zerstört. Die Margaretenkapelle beim Dom wird beschädigt. Auch das Kloster Walkenried wird geplündert und beschädigt. Die Bibliothek des Klosters Himmelgarten ist erhalten geblieben und befindet sich heute in Wittenberg. |
| 1529 | Lucas Cranach d. Ä. schafft das Gemälde "Ecce homo" als Epitaph für Michael Meyenburgs erste Ehefrau Ursula. Es geht in den Wirren des 2. Weltkrieges verloren. |
| 1530 | Der Rat der Stadt erlässt ein Gewerbe- und Zuzugsverbot für Juden. |
| 1540 | Stadtbrand in Nordhausen. |
| 1546 | Die wenigen in den Klöstern Ilfeld und Walkenried verbliebenen Mönche treten zum lutherischen Protestantismus über. |
| 1550 | Der Reformator Johannes Spangenberg stirbt 66-jährig in Eisleben. |
| 1555 | Der Reformator und Bürgermeister Michael Meyenburg stirbt 64-jährig und wird in St. Blasii beigesetzt. |
| 1558 | Aufhebung des Zisterzienserinnenklosters an der Frauenbergkirche. Lucas Cranach d. J. schafft das Gemälde "Die Auferstehung des Lazarus" als Epitaph für Michael Meyenburg. Das Original geht in den Wirren des 2. Weltkrieges verloren; eine Kopie befindet sich in St. Blasii. |
| 1567 | Die Juden werden aus der Stadt vertrieben. Sie lassen sich größtenteils in Ellrich, Immenrode, Werna und Sülzhayn nieder. Erst Anfang des 19. Jh. entsteht wieder eine jüdische Gemeinde in Nordhausen. |
| 1577 | Die Altendorfer Kirche ist infolge mangelhafter Gründung verfallen und wird bis 1590 notdürftig saniert. |
| 1580 | Die oberen Teile der Türme von St. Nicolai in Krimderode werden erneuert. |
| Verfall des Augustinerklosters. Endgültige Zerstörung 1612 durch Blitzschlag. | |
| 1612 | Stadtbrand in Nordhausen. St. Nicolai brennt vollständig aus und wird bis 1614 wieder aufgebaut. Die Kapelle und das Hospital St. Georgii werden zerstört, aber bald danach wieder aufgebaut, weil die Stadt das ehemalige Hospital als Zeughaus braucht. |
| Dreißigjähriger Krieg. Sowohl kaiserliche Truppen, als auch die Truppen des Schwedenkönigs Gustav Adolf plündern Stadt und Kirchen aus. | |
| 1634 | Ein Turm von St. Blasii wird vom Blitz getroffen, sein Dach brennt nieder. Der neue Turmhelm wird niedriger wieder aufgebaut. |
| 1648 | Der protestantische Konvent Walkenried wird aufgelöst und das Kloster säkularisiert. |
| 1667 | Das Torhaus am Spendekirchhof wird gebaut. Es dient bis 1882 als Wohnung des Totengräbers. |
| 1675 | Das Kreuzreliquiar des Domes wird nach Duderstadt verkauft. |
| 1686 | Stadtbrand in Nordhausen. |
| 17. Jh. | Die Kirche St. Katharinen in Steigerthal wird umgebaut und erhält ihre heutige Gestalt. |
| Die Altendorfer Kirche wird grundlegend umgebaut (verkleinert) und erhält ihre heutige Gestalt. | |
| 1708 | Die Kirche von Herrmannsacker wird abgetragen und durch einen Neubau ersetzt, der 1716 fertiggestellt wird. |
| 1710 | Stadtbrand in Nordhausen. |
| 1712 | Stadtbrand in Nordhausen. St. Georgii brennt nieder und wird nicht wieder aufgebaut. St. Nicolai brennt aus und wird ohne die Türme wieder aufgebaut. |
| 1714 | Auf dem Kirchhof von St. Nicolai wird ein Glockenstuhl errichtet. |
| bis 1740 | Der Dom verfügt über ein siebenstimmiges Geläut. |
| 1744 - 1749 | Die baufällige Kirche St. Jacobi wird abgetragen und auf Betreiben von Friedrich Christian Lesser durch einen Neubau ersetzt. Dabei werden große Mengen an Steinen aus der Klosterruine Walkenried verarbeitet. Der alte Turm von St. Jacobi bleibt erhalten. |
| 1745 | Das Stift St. Martini verkauft der Gemeinde Steinbrücken eine Orgel. |
| 1757 | Während des siebenjährigen Krieges halten sich die Franzosen für zwei Monate in der Stadt auf. Die Spendekirche dient ihnen als Magazin, das Hospital und die Kirche St. Martini als Lazarett. |
| 1762 | Am Dom wird der größte Teil des Kreuzganges mit Margareten- und Laurentiuskapelle abgetragen. |
| 1765 | Sanierung und Umbau von St. Nicolai in Krimderode. Es werden Emporen eingebaut. |
| Die Kirche St. Laurentii in Sundhausen wird abgetragen und durch einen Neubau ersetzt. | |
| 1802 | Die Preußen besetzen Nordhausen, womit die Reichsfreiheit Nordhausens beendet ist. Das Domstift wird königlich-preußisches Stift. |
| 1805 | Abbruch der verfallenen Spendekirche. Ihr Kirchhof wird weiterhin als Friedhof genutzt. |
| 1807 | Nordhausen fällt an das französische Königreich Westfalen. |
| 1808 | Das Schulwesen wird reformiert. Die bisher rein kirchlich
betriebenen Schulen werden nach und nach durch städtische Schulen ersetzt. Abbruch des Turms der Hospitalkirche St. Martini. Es entsteht wieder eine jüdische Gemeinde. Ihr Bethaus befindet sich ab 1821 in der Ritterstraße. |
| 1810 | Das Domstift wird aufgehoben und wird Domäne des Königreichs Westfalen. Die Domherren verlassen das Stift. Die französische Regierung verkauft die Domgüter. Das Langhaus des Domes wird als Pferdestall, Magazin und Exerzierraum genutzt. |
| 1812 | Durch Dekret des französischen Königs wird der Dom Pfarrkirche. |
| 1814 | Die westfälische Verfassung wird aufgehoben. Nordhausen gehört ab 1816 zum preußischen Regierungsbezirk Erfurt der Provinz Sachsen. |
| 1822 | Der Friedhof der jüdischen Gemeinde wird auf dem Ammerberg angelegt. Er wird 1854 und 1865 vergrößert und ist bis heute erhalten. |
| 1823 | Abbruch der verfallenen Kapelle St. Cyriaci. |
| 1827 | Der Friedhof von St. Jacobi wird jenseits der Zorge an der Uferstraße angelegt. |
| 1828 | Abbruch der Hospitalkirche St. Elisabeth. Die kleine Gemeinde kommt zur Altendorfer Kirche. |
| 1829 | Der Kirchhof von St. Nicolai wird geschlossen. Der Glockenstuhl wird demontiert, die Toten werden künftig auf dem Spendekirchhof bestattet. |
| 1833 | Abbruch der verfallenen Hospitalkirche St. Martini. |
| 1835 | Wiederaufbau der Kapelle St. Cyriaci. Die zugehörige kleine Pfarrei wird 1912 aufgehoben. |
| 1837 - 1838 | St. Laurentii in Salza wird samt Turm abgetragen und durch einen größeren Neubau ohne Turm ersetzt. |
| 1845 | Einweihung der Synagoge unweit des Pferdemarkts. |
| 1847 | Eduard Baltzer gründet die "Freie Gemeinde Nordhausen", die bis 1853 besteht. |
| 1851 | Einweihung des Friedhofs der Frauenberg-Gemeinde auf dem Taschenberg (Hohekreuzstraße gegenüber der Feuerwache, heute Sportplatz). Er wird 1890 geschlossen. |
| 1854 | Der Dom erhält eine neue Orgel der Fa. Schulz aus Paulinzella. |
| 1856 | Einweihung des Friedhofs am Geiersberg (heute Nr. 7 und 8, fast bis zur Riemannstraße). Er wird von St. Blasii und St. Nicolai genutzt. Die letzten Bestattungen sind Bombenopfer des Jahres 1945. |
| 1867 | Auf dem jüdischen Friedhof am Ammerberg wird eine Trauerhalle errichtet. Sie wird um 1980 abgerissen. |
| 1873 | In der Leimbacher Straße entsteht der erste kommunale Zentralfriedhof der Stadt. Er wird von 1876 bis 1947 genutzt. |
| 1874 | Das Barfüßertor mit der Ägidienkapelle wird abgetragen. |
| 1875 | Es entsteht eine Niederlassung der grauen Schwestern von der hl. Elisabeth in der Domstraße. |
| 1888 | Die Synagoge wird um einen Vorbau erweitert. |
| 1899 | Gründung der neuapostolischen Kirchengemeinde. |
| 1902 | Gründung der Adventgemeinde im Klosterhof (unterhalb der Frauenbergkirche). |
| 1905 | Umfangreiche Sanierung von St. Jacobi. |
| 1909 | Die Baptisten kaufen ein Grundstück in der Grimmelallee. Die vorhandenen Gebäude dienen als Gottesdienst- und Gemeinderäume. |
| 1910 | Die Altendorfer Kirche bekommt eine neue Orgel. |
| 1910 - 1911 | Umfangreiche Sanierung der Frauenbergkirche. Es wird eine neue Orgel der Fa. Walcker aus Ludwigsburg eingebaut. |
| 1920 | Die neuapostolische Gemeinde erwirbt eine Gaststätte in der Riemannstraße und baut sie zu einem Kirchengebäude aus. |
| 1921 | Der Friedhof am Stresemannring wird in Betrieb genommen. Die Gebäude werden bis 1928 errichtet. |
| 1927 | Anlässlich der Tausendjahrfeier Nordhausens werden für die
Kirchen der Stadt insgesamt zehn neue Bronzeglocken in Apolda gegossen. Der Dom erhält wieder eine Kreuzpartikel. Das Reliquiar ist ähnlich dem früheren gearbeitet. Die Fa. Kießling aus Bleicherode baut eine neue Orgel für den Dom (20 Register der alten Orgel und 10 neue). Der an der Uferstraße gelegene Friedhof von St. Jacobi wird geschlossen und in einen kleinen Park umgewandelt. |
| 1938 | Während der Novemberpogrome ("Reichskristallnacht") wird die Synagoge niedergebrannt. |
| Bombardierung der Stadt durch die britische Luftwaffe. 8800 Menschen (jeder Fünfte der Bevölkerung) finden den Tod, 74% der Innenstadt werden zerstört. St. Nicolai wird vollständig zerstört. Von St. Petri und St. Jacobi bleiben nur die beschädigten Türme stehen, von der Frauenbergkirche nur das beschädigte Querschiff. Das Querschiff von St. Blasii wird stark beschädigt. Die neuapostolische Kirche wird stark beschädigt. Das Dach des Domes brennt ab, in der Folge wird die Orgel irreparabel beschädigt. | |
| 1949 | Der Glockenturm von St. Laurentii in Salza wird erbaut. |
| 1950 | Einweihung der neu erbauten Justus-Jonas-Kirche in Salza. Einweihung der neuapostolischen Kirche nach Wiederaufbau zur Beseitigung der Kriegsschäden. Salza und Krimderode werden in die Stadt Nordhausen eingemeindet. |
| 1959 | Der verbliebene Turm von St. Jacobi wird gesprengt. |
| 1962 | Franz Schilling gießt in Apolda zwei Glocken (e1 - gis1) für den Dom. |
| 1964 | Wiedererrichtung des gotischen Steildaches des Domes. |
| 1966 | St. Nicolai in Krimderode erhält zwei neue Glocken. |
| 1968 | Einweihung der neu erbauten Kapelle der Adventgemeinde in der Hesseröder Straße. |
| 1970 | Der Dom erhält ein Orgelpositiv (6 Register) der Fa. Schuke aus Potsdam. |
| 1973 - 1978 | Umfangreiche Sanierung des Domes. Dabei werden neben weitgehender Restitution des Raumes in seinen spätgotischen Zustand auch die Erfordernisse der Liturgiereform von 1975 berücksichtigt. Die Empore und die Überreste der Kießling-Orgel werden entfernt. Bis 1981 werden auch die beiden Türme saniert. |
| 1978 | Beginn umfangreicher Sanierungsmaßnahmen im Kloster Walkenried. |
| 1983 | Die Frauenbergkirche wird nach Abschluss der Baumaßnahmen zur Beseitigung der Kriegsschäden durch Bischof Dr. Krusche wieder geweiht. Es wird ein Orgelpositiv (8 Register) der Fa. Sauer (Frankfurt/Oder) angeschafft. |
| 1986 - 1987 | Der Petriturm wird saniert und erhält wieder einen Helm. |
| 1989 | Gründung der freikirchlichen Bethlehem-Gemeinde. Der Konvent der grauen Schwestern in der Domstraße wird aufgelöst. |
| 1990 | In St. Blasii wird von der Fa. Schuster aus Zittau eine neue Orgel (37 Register) gebaut. |
| 1994 | Das bischöfliche Amt Erfurt-Meiningen wird zum Bistum Erfurt erhoben. |
| 1995 | Den 50. Jahrestag der Zerstörung der Stadt begehen
die Kirchengemeinden mit einen gemeinsamen Kreuzweg. Er endet an der Frauenbergkirche,
wo das mitgetragene Kreuz als Mahnmal aufgestellt wird. Die Bethlehem-Gemeinde erwirbt ein Gewerbegrundstück in der Grimmelallee und baut es zu einem christlichen Begegnungszentrum aus. |
| 1996 | Im Dom wird die Orgel (56 Register) der Fa. Klais aus Bonn geweiht. Sie war ursprünglich 1964 für die Stadthalle in Kassel gebaut worden. |
| 1997 | Die Frauenbergkirche erhält ein dreistimmiges Geläut aus historischen Glocken (fis1 - h1 - fis2). |
| 2001 - 2004 | Umfangreiche Sanierung von St. Blasii. |
| 2005 - 2008 | Umfangreiche Sanierung des Domes. |
blau = heute noch vorhanden
© J. Grabinski 2004-2010
letzte Änderung: 2010-06-06
Diese Chronologie wird noch überarbeitet und ergänzt. Wenn Sie Korrekturen oder Änderungs- oder Ergänzungswünsche haben, dann teilen Sie diese bitte jgrabinski (at] gmx.net mit.